17.06.2026, 20:00–22:00 Uhr
Vernissage
Lesung von Julia Haennis Theatertext "frau heilt (party)", gelesen von Johanna Dähler (Leipzig)










Eröffnet wurde die Vernissage mit Grußworten von Prof. Dr. Barbara Schmalfeldt, Klinikdirektorin der Gynäkologie, und Prof. Dr. Philipp Osten, Direktor des Medizinhistorischen Museums.
frau heilt (party). Sprechtheater, Schauspiel (2024). Eine Frau hatte Schmerzen und ging zum Arzt, zum ersten, zum zweiten, zum vielten. Keiner der weißen Männer in Weiß hatte eine Lösung für ihre Unterleibsschmerzen. Geschweige denn Zeit, diese ernst zu nehmen. Julia Haenni spannte in ihrem neusten Stück die jahrhundertealte Geschichte des männlichen Blicks auf den weiblichen Körper vor den Karren – und mit ihr die Geschichte der westlichen Medizin, die bis vor Kurzem kein Interesse an Krankheiten nicht männlich gelesener Körper hatte.
Witzig und klug stellte der Text wissenschaftliche Mythen in ihrem hartnäckigen Andauern aus. Und dennoch: Das vielstimmige Reden schnellzüngiger Frauen half nicht gegen ihren Schmerz, der zugleich in ihren Körpern und im System festsaß. Was brauchten nicht männlich sozialisierte Menschen, um im Zentrum ihrer Kraft und frei von gesellschaftlichen Zu- und Eingriffen leben zu können? „frau heilt" versprach weder Patentrezept noch die alle erlösende Party. Aber nach zweitausend Jahren Patriarchat endlich einen Streifen Licht am Horizont.
Julia Haenni (*1988 in der Schweiz) ist Regisseurin und Theaterautorin. Ihre Stücke wurden an Theatern und Festivals in ganz Europa gezeigt, mehrfach übersetzt und ausgezeichnet. Zuletzt erschien „frau verschwindet. Eine Trilogie" (Verlag der Autor:innen). Sie ist Dozentin im Regiestudiengang der Zürcher Hochschule der Künste.
Johanna Dähler studierte Theater- und Tanzwissenschaft (Leipzig, FU Berlin) sowie Schauspiel an der Hochschule der Künste Bern. Sie spielte u. a. in Bern, Fürth und Heidelberg und ist seit 2022 überwiegend in Projekten der Freien Szene Schweiz zu sehen. Mit Daniela Ruocco arbeitet sie unter dem Label „fisting*sisters" performativ-musikalisch-multilingual.








