Menstruation: Körper, Wissen, Tabu

Obwohl die Menstruation für einen großen Teil der Bevölkerung zum Alltag gehört, wird sie gesellschaftlich häufig ausgeblendet. Menstruationsblut bleibt meist unsichtbar, Erfahrungen – insbesondere Schmerzen – werden privatisiert oder trivialisiert.

Wissen über den menstruierenden Körper ist von kulturellen Vorstellungen, medizinischen Deutungen und sozialen Normen geprägt. Gleichzeitig eröffnen neue Formen der Aufklärung, digitale Technologien und feministische Bewegungen Möglichkeiten, Menstruation sichtbarer zu machen und über sie zu sprechen.

Die Exponate thematisieren Menstruation als körperliche Erfahrung, gesellschaftliches Tabu und Gegenstand medizinischer sowie technologischer Wissensproduktion.

Installation

Welche Farbe hat mein Blut?

What Colour Is My Blood?

Installation: Kleid aus Menstruationsprodukten mit Blutspuren

In Werbung und Medien wird Menstruation häufig als sauber, kontrollierbar und möglichst unauffällig dargestellt. Menstruationsblut erscheint dabei oft nicht als Blut, sondern als blaue Flüssigkeit. Zugleich dominieren Bilder eines Körpers, der sich durch die Menstruation weder einschränken noch aufhalten lässt.

Die Installation setzt diesen Darstellungen das Blut selbst entgegen. Sie macht sichtbar, was in vielen Bildern der Menstruation fehlt, und hinterfragt die Vorstellungen von Körper, Leistung und Normalität, die mit ihnen verbunden sind.

Das Projekt erstellten Zoë Beil, Sophia Dienel, Olga Heppner, Jula Uhlich und Emily Zielke.

Gemälde einer Menstruationstasse auf violettem Grund
Gemälde einer Hand, die einen Tampon auf gelbem Grund hält
Gemälde einer Hand, die eine Binde auf grünem Grund hält

Gemälde: Sophia Dienel.

Flyer und Brief

Periodenapps: Menstruation zwischen Überwachung und Vermarktung

Period Apps: Menstruation Between Surveillance and Commodification

Digitale Zyklus-Tracker wie Flo oder Clue versprechen Nutzer:innen mehr Kontrolle über den eigenen Körper, Aufklärung und Selbstbestimmung. Zugleich stehen viele Anwendungen in der Kritik, da sensible Gesundheitsdaten zu kommerziellen Zwecken ausgewertet oder weitergegeben werden können. Der Flyer informiert über Chancen und Risiken digitaler Menstruations-Apps. Ein fiktionaler Brief einer Betroffenen verdeutlicht die persönlichen Hoffnungen und Unsicherheiten, die mit der Nutzung solcher Anwendungen verbunden sein können.

Das Projekt erstellten Kira Anders, Adea Hasanaj, Zuzanna Radomska und Katharina Weber.

Brief einer Betroffenen
Brief einer Betroffenen als direkt sichtbare PDF-Seite
Flyer: Trackingapps
Flyer: Trackingapps als direkt sichtbare PDF-Seite