Unerhört: Worte finden und Erfahrungen teilen

Interaktionsboard

Dieses Assoziationsboard lud dazu ein, Worte für Erfahrungen zu finden, die in medizinischen Räumen oft überhört werden. Es sammelte Gedanken, Bilder und Lücken zu Körpern, die in der Gynäkologie zu wenig gesehen, zu schnell bewertet oder nicht ernst genommen werden. Körper, die gesellschaftlich marginalisiert, pathologisiert oder unsichtbar gemacht werden, benötigen eine eigene Sprache. Wie würde diese Sprache aussehen? Welche Worte, Metaphern, Gefühle oder auch welches Schweigen passen dazu?

Besucher:innen hinterließen ihre Assoziationen: Begriffe, Sätze, Fragmente, Zeichnungen, Symbole – auch einzelne Wörter oder Leerstellen waren wertvoll. Eine Auswahl der Beiträge ist hier digitalisiert.

Zuhören

ZEIT — mehr Zeit beim Zuhören, wahrnehmen, hineinfühlen.

Frauen wollen, dass ihnen zugehört wird. Unser Leid soll ernst genommen werden und nicht: „Das ist normal, da müssen Sie durch.“

Gespräche ohne Tabus

Fürsorge ♡♡

Mitgefühl

Empathie

Respekt!

Geduld

Verständnis

Würde — unantastbar

Du bist nicht alleine

Scham, Schweigen, späte Diagnose, vermeidbares Leid.

Was, wenn ich die Pille NICHT nehmen will?

Mehr Optionen. Gehört werden.

Mehr Forschung zu Verhütungsmitteln.

Medical invalidation / gaslighting vs. patient*innen-zentrierte, partizipative Entscheidungsfindung.

Ich möchte von Ärzt*innen ernst genommen werden — auch wenn ich weinen muss.

Ernst nehmen

Sich weiterbilden müssen — als Ärzt*in.

Intersektional denken. Realitäten und Identitäten ernst nehmen.

Gynäkologische Gesundheitsversorgung, die nicht bei Reproduktionsfragen aufhört. (Stichwort: Endometriose — das Schlimmste ist nicht die mögliche Unfruchtbarkeit, sondern so viel mehr. Krankheiten ganzheitlicher betrachten und behandeln!)

Kostenlose STI-Tests, auch über 26 — gibt's beim Gesundheitsamt Casablanca. → kostenlos → anonym

Queere, feministische Themen als Teil der fachärztlichen Ausbildung. Interruptio als verpflichtender (theoretischer & praktischer) Inhalt der Weiterbildung. Angebot der Interruptio an allen Kliniken.

Kein Aufnahmestopp von Neu-/Erstpatientinnen.

Wir wünschen uns mehr Zeit für Patient*innen und weniger zeitfressende Bürokratie! — eine Medizinstudentin

Inklusive Sprache

Nicht nur weiblich / weiblich-gelesene Personen gehen zum/zur Gyn.

Gesundheit ist Grundrecht

Dass Ärzte hauptsächlich Männer sind, gibt einem das Gefühl, dass man sich alles einbildet.

Schon beim Bio-Unterricht anfangen, besser(es) Wissen zu vermitteln!

„Wohl fühlen“ auf dem gynäkologischen Untersuchungsstuhl — z.B. durch ein angenehmeres Spreizgerät für den vaginalen Abstrich.

Wir brauchen ein Gesundheitssystem ohne Klassen! Umfangreiche und schnellere Termine sollten allen zugänglich sein.

Sich aufgehoben fühlen.

Lernen, sich selbst zu lieben.

Sexuelle Aufklärung, ohne über Lust & Befriedigung zu sprechen, ist keine Aufklärung.

Wie läuft der Rest Ihres Lebens? Wie geht es Ihnen, abgesehen von Ihren Symptomen? Wobei brauchen Sie Unterstützung?

Offenheit. Ernstnehmen.

ECHTE, schambefreite Aufklärung auf Basis progressiver Erkenntnisse — für weibliche Selbstbestimmung!! ♡

Es fehlt, mit Schmerzen ernst genommen zu werden. — Ich wünsche mir gemeinsame Lösungssuche (nicht durchhalten müssen + Ibu 600).

Gyns sollten mehr auf dem Kasten haben — statt nur Pille! Pille? Pille?! Pille…

Angst vor Autonomieverlust und davor, dass meine Bedürfnisse übergangen werden.

Kinderlosigkeit — Wünsche akzeptieren und entsprechend beraten.